Umfrage zur Verteilungsgerechtigkeit und Steuerpolitik in Deutschland

Dieser Info-Brief wurde von Janina Trebing (Referentin für Zivilgesellschaft beim Paritätischen Gesamtverband, zivilgesellschaft@paritaet.org) verfasst. „Die Umverteiler klären auf“ erscheint regelmäßig und informiert über Argumente und Forderungen des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle“.

Der Paritätische Gesamtverband stellt Umfrage zur Verteilungsgerechtigkeit und Steuerpolitik in Deutschland vor
Unter dem Titel „Gerechtigkeit in Deutschland: Einstellungen der Bevölkerung zu Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und Steuerpolitik“ hat der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wenige Wochen vor der Bundestagswahl eine repräsentative Umfrage in der Bevölkerung in Auftrag gegeben. Klares Ergebnis: Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die aktuelle Vermögensverteilung in Deutschland als ungerecht und spricht sich für einen Richtungswechsel in der Steuer- und Ausgabenpolitik aus.
Bereits im Jahr 2013 sind wir der Frage nachgegangen, wie die Bevölkerung zu Positionen zur Umverteilungspolitik steht. Mit der aktuellen Umfrage wollten wir erfahren: Wie ist die Einstellung in der Bevölkerung zu unseren steuerpolitischen Forderungen vor dieser Bundestagswahl? Wie hat sich die Meinung in der Bevölkerung seit dem Jahr 2013 verändert? Aus den Ergebnissen der Umfrage geht deutlich hervor, dass auch vier Jahre nach der letzten Wahl eine große Mehrheit der Bevölkerung die aktuelle Vermögensverteilung in Deutschland als ungerecht bewertet und sich für einen Richtungswechsel in der Steuer- und Ausgabenpolitik ausspricht.

Konkret ergab die Studie: Ein stärkeres Engagement des Staates bei der Bekämpfung der Altersarmut wünschen sich 84 Prozent der Befragten, auch bei der Pflege (77 Prozent) und Hilfen für benachteiligte Kinder und Jugendliche (72 Prozent) wird großer Handlungsbedarf gesehen. Die Menschen wollen in ganz großer, parteiübergreifender Mehrheit eine solidarische Steuerpolitik, die Reiche stärker zur Verantwortung für dieses Gemeinwesen heranzieht und den Staat wieder in die Lage versetzt, in das Soziale zu investieren.

Breite Zustimmung für höhere Steuern auch bei Anhängern der Union
Auf dem Feld des Sozialen, in der Bildung und Wohnungspolitik wird von Anhänger/-innen aller Parteien, mit Ausnahme der FDP, besonders dringlicher Investitionsbedarf gesehen. Selbst bei den Unions-Anhänger/-innen beträgt die Zustimmungsrate für höhere Steuern 74 Prozent und liegt damit sogar deutlich höher als noch vor der letzten Bundestagswahl.

Rückblick: Veranstaltung „Rente geht uns alle an“ mit Annelie Buntenbach

Annelie Buntenbach am 6.9.2016 im Gewerkschaftshaus Mannheim DGB

„Rente geht uns alle an“ war das Thema der gut besuchten Veranstaltung mit Annelie Buntenbach vom DGB-Bundesvorstand, zu der ver.di Rhein-Neckar, das Mannheimer Bündnis UmFAIRteilen und der DGB Kreisverband Mannheim am 6. September ins Gewerkschaftshaus eingeladen hatten.

Annelie Buntenbach am 6.9.2016 im Gewerkschaftshaus Mannheim

Die lebhafte Diskussion, moderiert von dem Kabarettisten Einhart Klucke, drehte sich vor allem um Einzelheiten des von Buntenbach geforderten radikalen Kurswechsels in der Rentenpolitik. „Nicht zuletzt zählen dazu die Stabilisierung und Anhebung des Rentenniveaus, ein starker Solidarausgleich für niedrige Renten, die Bekämpfung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und gleiche Löhne für Frauen und Männer“, betonte Buntenbach, Expertin für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

Annelie Buntenbach am 6.9.2016 im Gewerkschaftshaus Mannheim

Usch Kiausch – Mannheimer Bündnis UmFAIRteilen
Fotos ©ver.di Rhein-Neckar

Veranstaltung am Mittwoch, 6.9.2017: “Rente geht uns alle an”

Vortrag und Diskussion mit Annelie Buntenbach, DGB-Bundesvorstand

Mittwoch 6. September 2017 von 19:30 bis 21:30 Uhr (Einlass 19 Uhr)
Otto-Brenner-Saal im Mannheimer Gewerkschaftshaus, Hans-Böckler-Str.1 (Eingang Neckarufer-Seite)

Annelie Buntenbach, DGB Vorstandsmitglied
Themen:
  • Analyse der derzeitigen Rentensituation in der BRD
  • Wer ist in welcher Weise betroffen?
  • Ziele der Rentenkampagne des DGB
  • Perspektiven

Veranstalter: ver.di (Bezirk Rhein-Neckar), DGB Kreisverband Mannheim, Bündnis UmFAIRteilen Mannheim

Wir freuen uns auf eine spannende und lebendige Diskussion im Anschluss.

Detaillierte Information hier zu finden im Flyer zur Veranstaltung und im Plakat zur Veranstaltung

Veranstaltung am 13.7.17: “Rente muss für ein gutes Leben reichen”

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Universität Köln, über: Lebensstandardsicherung im Alter und Armutsbekämpfung als Herausforderungen der Rentenpolitik

Donnerstag, 13. Juli 2017, 17:00 Uhr
Raum Bleicher, Gewerkschaftshaus Mannheim, Hans-Böckler-Straße 1

Die Gewerkschaften fordern unter dem Motto „Rente muss reichen“ eine Stärkung der gesetzlichen Rente und einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Was muss sich in der Rentenpolitik alles ändern, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Ruhestand in Würde von ihrer Rente leben können? Wie kann die Rentenversicherung der Zukunft aussehen? Hierüber informiert uns Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Universität Köln in seinem Vortrag.

Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung per Email an mannheim@dgb.de

Veranstalter: IG Metall Mannheim und DGB-Region Nordbaden

Stand beim Maifest des DGB am 1. Mai 2017

Das Bündnis UmFAIRteilen Mannheim war mit einem Stand beim Maifest des DGB Nordbaden am 1. Mai 2017 auf dem Marktplatz in Mannheim vertreten. So konnten wir unser Anliegen breiter bekannt machen und für das Bündnis werben.


Unter der Forderung “Reichtum umverteilen - ein gerechtes Land für alle“ hat sich Ende 2016/Anfang 2017 erneut ein sehr breites bundesweites Bündnis zusammengeschlossen und einen Aktionsplan für den Bundestagswahlkampf vorgelegt. Zum Bundesbündnis gehören u.a. ver.di, GEW, attac, Oxfam, AWO, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Nationale Armutskonferenz, der Deutsche Mieterbund sowie über 20 weitere bundesweit aktive Organisationen aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen.